
Während nationale Wirtschaftsinstitute mit Nähe zur neuen Bundesregierung bereits die rosa rote Brille aufsetzen, um die Klientel in der Bevölkerung zu bedienen, die sich gerne an Märchen mit gutem Ausgang erwärmen, sehen internationale Analysen die Entwicklung für Deutschland weniger rosig.
Strauss-Kahn sieht für 2010 ein Anwachsen der Arbeitslosigkeit
"Die Weltwirtschaft hat die Wende geschafft", erklärte Strauss-Kahn am Freitag 2.Oktober bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Istanbul.
Der IWF hatte bereits in seiner jüngsten Weltwirtschaftsprognose am 1. Oktober in Istanbul ein Ende der globalen Rezession festgestellt und seine Prognosen für das weltwirtschaftliche Wachstum angehoben. Zwar erwartet der IWF für dieses Jahr noch einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um 1,1%, für 2010 sieht der Währungsfonds aber bereits wieder ein Wachstum von 3,1%. Deutschland sagt der IWF im kommenden Jahr einen BIP-Zuwachs um 0,3% voraus, nach einem erwarteten Rückgang von 5,3% in diesem Jahr. Hingegen kann Geburtstagskind China selbst in 2009 mit ca. 9% Wachstum aufwarten, trotz des globalen Abschwungs.
Strauss-Kahn betonte, es bestünden jedoch weiterhin "Abwärtsrisiken" für die weltweite Wirtschaftserholung, und zeigte sich "sehr besorgt" über den Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Es stünden noch "zehn bis zwölf Monate steigender Arbeitslosigkeit bevor", sagte er in dem Interview. Die Arbeitslosigkeit werde von Land zu Land variieren. Die USA haben aktuell den Höchststand seit 1983 erreicht, für Deutschland wird ebenfalls eine Rekordarbeitslosigkeit erwartet.
Die OECD nennt konkrete Zahlen
Die Arbeitslosigkeit in den OECD-Ländern könnte im zweiten Halbjahr 2010 auf das Allzeithoch von fast zehn Prozent - 57 Millionen Betroffene - steigen, wenn die hauseigenen Prognosen über die Wirtschaftsentwicklung eintreffen, schreibt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Beschäftigungsbericht.
Dann wären Ende 2010 um 25 Millionen Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als 2007. Damals hatte die Arbeitslosigkeit mit 5,6 Prozent den Tiefststand seit 25 Jahren erreicht. Im Juni 2009 war dann schon mit 8,3 Prozent der höchste Stand seit dem Weltkrieg erreicht.
"Es ist notwendig, die Nachfrage weiter zu stützen", folgerte Strauss-Kahn. Da die private Nachfrage zu schwach sei, müsse die öffentliche dies ausgleichen.
Dem TV-Sender CNBC sagte der IWF-Direktor, er sehe das "reale Risiko" einer "double-dip"-Rezession mit einer erneuten Schrumpfung nach einer kurzen Erholung. Zwar sei dies nicht das Hauptszenario des IWF, liege aber im Rahmen des Möglichen.
Es bestehe das "große Risiko", dass das Potenzialwachstum nach der Finanz- und Wirtschaftskrise niedriger sein werde als davor, betonte Strauss-Kahn in der Pressekonferenz. Ausdrücklich warnte er vor einem zu frühen Ausstieg aus den konjunkturstützenden Maßnahmen, der die Erholung gefährden könne. Diese sei hauptsächlich auf die ergriffenen Konjunkturmaßnahmen zurückzuführen, betonte er.
Der Geschäftsführende IWF-Direktor forderte zudem eine Fortsetzung der internationalen Reformmaßnahmen als Antwort auf die Krise. "Wir brauchen eine nachhaltige nationale Politikkoordination", sagte er. In jedem Fall müsse die Finanzstabilität weiter verbessert werden, was auch eine "bessere Regulierung" bedeute. Die vorhandene Neigung der Banken, exzessive Risiken einzugehen, müsse beschränkt werden
Tabelle: J.G. Die Bundesrepublik hatte direkt nach dem Krieg ein Wirtschaftswachstum ähnlich der VR China heute. Danach hat das Wachstum in jedem Jahrzehnt tendenziell abgenommen, die Wiedervereinung hatte es nochmals herausgerissen, dennoch gibt es kaum Anzeichen für Wachstum. Als Boomphase oder Aufschwung wird bereits ein plus von 1% bezeichnet, die Wachstumsphasen sind zudem in sich immer kürzer geworden.
Die Bevölkerungsentwicklung und die Verteilung des Bruttoinlandsproduktes werden ihr Übriges dazu beitragen, dass absehbar die Tendenz gegen oder unter Null sein wird. Dies kann nur durch eine andere Ausrichtung behoben werden- Deutschland hat nur die menschliche Arbeitskraft und das know how als Faktor, dieser wird zu wenig entwickelt und kultiviert- die Reproduktion nimmt immer größere Bereiche in Anspruch, immer größere Bevölkerungsteile werden aus dem Arbeitsprozess herausgeworfen. Ingineure und Industrifacharbeiter, dass Rückrad der Industrie sind eine eher schrumpfende Gruppe.
