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Kriegsgegner mit friedlichem Protest gegen Deutz AG
Störaktion am Sitz der Deutz AG in Köln-Porz
In Köln-Porz wurde am Freitag dem 4. September bei der Deutz AG an dem Haupteingang Humboldtstraße der Betrieb gestört.
Mit Materialblockaden, Transparenten und Kunstblut an den Einfahrten und Eingängen wurde die Rüstungssparte der Deutz AG mit Plakaten und Aktionen kritisiert und der Betrieb für kurze Zeit gestört.
Laut der bei indimedia veröffentlichten Erklärung liefert "die Deutz AG nach eigenen Angaben seit 2022 Motoren und Hilfsaggregate für Militärfahrzeuge und Panzer. Vorstandschef Sebastian Schulte will das Geschäft mit militärischen Anwendungen systematisch ausbauen."
Diese Angaben werden durch den veröffentlichten Geschäftsbericht 2025 bestätigt, der Geschäftsbericht umfasst allerdings weitere Angaben. Dr Sebastian C. Schulte legt eine Unternehmensstrategie dar, die nicht eingleisig ist, zudem in allen Segmenten Vertiefung vorsieht und Verbreiterung.
Zu Schaden kam bei der Aktion niemand, die Polizei fuhr mit Mannschafts- und Streifenwagen zum Werk, eine Pressemeldung der Polizei zu dieser Aktion liegt nicht vor. Auch eine Erklärung des Unternehmens liegt nicht vor.
Die in Porz ansässige Deutz AG ist der älteste Motorenhersteller der Welt, ist inzwischen über 160 Jahre alt. 1864 gründen der Kaufmann und Erfinder Nicolaus August Otto und Eugen Langen das Unternehmen.
Kritik:
Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs produzierte das Unternehmen neben der Zivilproduktion auch für das Militär. Motoren sind immer grundsätzlich zivil- wie militärisch nutzbar.
Ein erheblicher Teil der Produktion während des 2. Weltkrieges wurde von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern geleistet.
Ab den 2010er Jahren reagierte die Deutz AG wahrscheinlich unter allen Maschinenbauern früh und entschieden auf das angekündigte "Verbrenner-Aus" und suchte nach Antriebsalternativen. Eine Zeitlang waren es große Gasantriebe dann Elektroantriebe. Dennoch litt auch Deutz unter der großen Verunsicherung der Branche. Deutz stellte sich im Antriebsbereich sehr breit auf: sie wurde zum Hersteller von Diesel-, Gas-, Wasserstoff- und elektrifizierten Motoren.
Seit 2022 nahm die Deutz AG die "Zeitenwende" wörtlich und stieg zunächst mit Motoren die auch militärische genutzt werden können, in den militärischen Bereich, dies machte Schlagzeilen und Deutz wurde plötzlich stark von Börsen bewertet, weil Rüstungsbetrieb. Das eröffnete neue Optionen.
Die Deutz AG ist inzwischen der zweitgrößte Rüstungsbetrieb in NRW, allerdings hält es die zivile Produktion aufrecht, die Deutz AG ist im Unterschied zu Rheinmetall kein reiner Rüstungskonzern.
Die neue Organisationsstruktur des Unternehmens hat fünf Standbeine:
- militärische Sparte
- Energie
- Antriebsmaschinen
- Neue Technologie
und Service.
Die Rüstungssparte beliefert durch Zukauf inzwischen bereits 60 Staaten darunter nur 14 Nato Staaten. Anders als die klassischen westdeutschen Rüstungsindustrien die fast ausschließlich Rüstung machen und fast ausschließlich Nato Staaten beliefern.
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