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Theatertipp Bonn: Karl und Rosa

Karl und Rosa. In Erinnerung an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
Im Jahr 1918 scheint die Zeit reif für einen Umbruch. Revolutionäre Selbstverwaltung breitet sich wie ein Flächenbrand im ganzen Land aus, die Monarchie zerfällt, der Kaiser flieht, die Arbeiter- und Soldatenräte übernehmen die Macht. Um diese werden sie durch ein Bündnis von rechtsextremen Freikorps, SPD und Bürgerlichen gebracht.

Karl und Rosa
Doch die Revolutionäre wollen mehr, sie wollen die alte Ordnung beseitigen und eine demokratische, eine sozialistische Gesellschaftsordnung errichten. Eine Arbeiterdemokratie soll entstehen, die revolutionären Massen waren Arbeiter- und Soldaten, sie haben die Revolution geschafft, sie sollen in der neuen Gesellschaft das Sagen haben. Stattdessen kam es zu einer bürgerlichen parlamentarischen Republik. Die Weltgeschichte wäre völlig anders verlaufen hätte in Deutschland die sozialistische Revolution gesiegt. So war sie "nur" der Steigbügelhalter für die erste deutsche Demokratie, SPD und Zentrum dominierten die  Weimarer Republik politisch.
Der Schriftsteller und Arzt Alfred Döblin hat in seinem Roman über die politischen Wirren von 1918 den beiden Protagonisten einer Revolution, die keine werden durfte, ein Denkmal gesetzt. 2013 erstmals am Theater Bonn uraufgeführt, ist KARL UND ROSA intimes Kammerspiel, große Tragödie und surreales Feuerwerk zugleich.
Das Stück erzählt die Geschichte Rosa Luxemburgs, Karl Liebknechts und ihrer Zeitgenossen als Geschichte einer schmerzhaften Emanzipation, voller Widersprüche und Wechselwirkungen zwischen politischer und privater Identität, revolutionärer Idee und Sehnsucht nach persönlichem Glück – als Geschichte zwischen Himmel und Hölle. Wo das Paradies für den Menschen verloren ist, bleibt der wütende Traum von einer besseren Welt.
Anlässlich des 100-jährigen Revolutionsjubiläums kommt in der Regie von Alice Buddeberg die Eröffnungsproduktion der Direktion von Nicola Bramkamp, begleitet von einem  Rahmenprogramm, in aktualisierter, gekürzter Fassung noch zweimal zurück auf die Bühne der Kammerspiele:  

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW begleitet die Aufführungen mit

  • der Ausstellung  «Rosa Luxemburg – ein Leben für die sozialistische Idee», die im gesamten Monat Juni im Foyer der Kammerspiele zu sehen sein wird. Die Ausstellung vermittelt anhand von Zitaten aus Briefen und Werken Rosa Luxemburgs, historischen Fotos sowie Dokumenten der internationalen Arbeiterbewegung ein Bild der Revolutionärin in ihrer Zeit.
  • einer EINFÜHRUNG SPEZIAL am 7.6.2018 um 18:30 Uhr im Foyer der Kammerspiele: Direkt vor der Vorstellung geben Regisseurin Alice Buddeberg, Schauspieldirektorin Nicola Bramkamp und Historikerin Dr. Gisela Notz Einblick in die Arbeit an der Inszenierung und in den politischen Kontext des Stücks (in Kooperation mit den Kammerspielen).
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Zudem stellt Dr. Gisela Notz am 6. Juni 2018 die Neuauflage ihres Buches „50 Jahre 1968 – Warum flog die rote Tomate?“ vor, um 19:30 h in der Altstadtbuchhandlung & Büchergilde (Bonn). In  Kooperation mit der Altstadtbuchhandlung & Büchergilde sowie dem Rosa-Luxemburg-Club Bonn.
 

50 Jahre 1968 – Warum flog die rote Tomate?
Buchpräsentation und Gespräch mit Gisela Notz

Information

Veranstaltungsort
Altstadtbuchhandlung & Büchergilde
Breite Straße 47
53111 Bonn

Zeit
06.06.2018, 19:30 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Begleitend zur Aufführung von KARL UND ROSA im Stadttheater Bonn
2018 steht im Zeichen von Karl Marx, der in diesem Jahr 200 Jahre alt würde. Es wird viele Kongresse und Publikationen geben, die sich mit diesem wichtigen Mann beschäftigen. Das Jahr 2018 ist aber noch aus einem anderen Grunde ein historisch wichtiges Jahr: 1968 machte sich eine Generation junger Menschen auf, um die Gesellschaft zu verändern. 1968 ist zu einer Chiffre geworden für eine Revolte, die soviel in Gang gesetzt und so viel angestoßen hat, dass sie auch 50 Jahre danach noch zum Buhmann taugt. Schließlich wird das Engagement von „damals“ für die „Zerrüttung“ alles Möglichen verantwortlich gemacht.
Das gilt auch für die im Rahmen der Studentenbewegung entstandene Neue Frauenbewegung. Deren Entstehung war bereits in der Kritik der studentischen Bewegungen begründet. Obwohl bei vielen Demonstrationen und Aktionen dieser Zeit Frauen führend beteiligt waren und sie auch innerhalb des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) keine untergeordnete Rolle spielten, spielten die Probleme, die Frauen aufgrund der traditionellen geschlechtsspezifischen Arbeits- und Aufgabenverteilung hatten, bei den „Helden der Bewegung“ praktisch keine Rolle. Die sogenannten 68er setzten damit eine Tradition fort, die sich auch in den älteren Frauenbewegungen gezeigt hatte: Trotz vielfältigen Engagements, das die Frauenbewegungen in Deutschland zu allen Zeiten auszeichnete, blieben die spezifisch weiblichen Lebensbedingungen lange Zeit kein zentrales Thema gemischtgeschlechtlicher sozialer und Protestbewegungen. Auch 50 Jahre nach 1968 ist mehr von den „Revolutionären“ die Rede als von den „Revolutionärinnen“ und ihren Anliegen.  Mit der Neuauflage dieses 2006 zuerst veröffentlichten Büchleins sollen die revoltierenden Frauen in den Mittelpunkt gerückt werden.
Dr. Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin. Lebt und arbeitet in Berlin. 1985 bis 1997 Redakteurin der Zeitschrift „beiträge zur feministischen theorie und praxis“; jetzt von Lunapark21, zeitschrift zur kritik der globalen ökonomie. Bis 2007 Wissenschaftliche Referentin für Frauengeschichte im Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. Lehrbeauftragte und Vertretungsprofessuren an verschiedenen Universitäten. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der ArbeiterInnenbewegung, alternative Ökonomie, Frauen-, Familien- und Sozialpolitik. Herausgeberin des Wand-Kalenders „Wegbereiterinnen“, erscheint seit 2003 und wird fortgesetzt. Zuletzt erschienen: „Kritik des Familismus“, Stuttgart 2015. „50 Jahre 1968: Warum flog die Tomate? Die autonomen Frauenbewegungen der Siebzigerjahre“, Neu-Ulm: AG SPAK Bücher 2018, aktualisierte und erweiterte Neu-Auflage. In Kürze erscheint: „Wegbereiterinnen. Berühmte, bekannte und zu Unrecht vergessene Frauen aus der Geschichte“, Neu-Ulm 2018.

In Kooperation mit der Altstadtbuchhandlung & Büchergilde sowie dem Rosa-Luxemburg-Club Bonn

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