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Elisabeth Hofmann gestorben

Elisabeth Hofmann, Köln, Viernheim, verstorben

Ein bezaubernder, wunderbarer Mensch hat uns verlassen. Sie ist nur 60 Jahre alt geworden. Sie hinterlässt uns tieftraurig und mit großer Lücke in unserem Herzen. Seit früher Jugend war sie mit Charme und Ernsthaftigkeit engagiert für die Kleinen, die Schwachen, das Gute und den Fortschritt. Entsprechend war sie ein intelligenter emphatischer Mensch, sie hatte die besonderen Stärke, zielsicher Fehler zu erkennen, wobei sie oft fünfe grade lies. Elli setzte sich für die Rechte der Kolleginnen und Kollegen ein und trat couragiert für gesellschaftlichen und sozialen Fortschritt ein, den sie eher kulturell und egalitär, kollektiv betrachtete, als fiskalisch und finanziell.
Geboren in Viernheim, erlangte sie dort mit Hochbegabtenförderung das Abitur, als Arbeiteraktivistin machte sie eine Krankenpflegerausbildung nachdem ihr das Pädagogikstudium in Köln zu abstrakt vorkam. Elli war bereits in frühen Jahren als Schülerin eine ehrenamtliche Helferin, ein Sonntagsmädchen im örtlichen Krankenhaus. Sie wurde katholisch erzogen. Sodann engagierte sie sich in der sozialistischen Jugendbewegung, später in einer kommunistischen Arbeiter- und Frauenbewegung. Es war kein untypischer Verlauf, viele intelligente und sozial engagierte katholisch sozialisierte Menschen wurden zu Kommunisten in den 1840ern bis 1990ern, zeitweise bis zu 30% der Arbeiterjugend. In der heutigen Zeit gibt es solche Verläufe noch selten, da die Milieus doch sehr aufgeweicht und aufgelöst sind. Man sprach noch vor Jahrzehnten von Mischehe wenn es um katholische und evangelische handelte, die heirateten... auf die Idee kommt heute niemand mehr bei dieser Konstellation. Was früher für Aufregung sorgte, ist heute normal.
Elli stellte rückblickend fest, sie sei noch in einem traditionellen Klima der Angst in der katholischen Kirche erzogen worden, der Angst vor Gott, der Hölle und der Angst etwas "falsch" zu machen. Hieraus befreite sie sich erfolgreich.
Das aufklärungsfeindliche, verschlossen-traditionelle, reaktionäre hat sie immer bei allen Menschen gestört, gleich welcher Hautfarbe usw.. Das erinnerte sie an die Vergangenheit die sie bereits überwunden wähnte, sie wehrte sich gegen das Falsche, egal in welchem oft vornehmen Gewandt es daher kam. 
Elli bewahrte sich eine klare fortschrittliche Haltung bis zuletzt ebenso ihr großes Herz.
Elisabeth war bis zu ihrer krankheitsbedingten Frühverrentung aktiv in ihrem anstrengenden Beruf als Krankenschwester und zusätzlich ehrenamtlich, im Betriebsrat als Vorsitzende im Interesse der Kolleginnen und Kollegen tätig.
Zuletzt nahm sie noch sehr rege Anteil und wenn es die Krankheit zuließ, auch aktiv Teil, an der jüngsten Bewegung für Umwelt, Natur und ein solidarisch, konstruktives zivilisiertes Zusammenleben. Der Raubbau des Menschen an Natur und Umwelt, ein Wirtschaftssystem das falsch ist, da es alles verkonsumiert, verwertet, zerstört und verändert, auch uns Menschen. All das, war ihr seit Jugend an ein Dorn im Auge, die Wegwerfgesellschaft die insbesondere mit dem Neoliberalismus den globalen Siegeszug antrat, waren ihr ein Greuel, bereits seit Kindheit.
Entsprechend stark war Ellis Zustimmung, als dann an ihrem Lebensende die Kinder und Jugendlichen mit friday for future eine neue Massenbewegung zumindest in Westeuropa lost traten und zum politischen Streik als Mittel griffen. Sie nahm, so schwach sie war, auch an Kundgebungen teil, mehrfach war sie am Hambi, bereits vor Jahren. Das gab ihr wirklich Auftrieb, dass es wieder Bewegung gibt, etwas in Bewegung gerät.
Ihr politisches Engagement war durch und durch ehrenamtlich und oft mit persönlichen Nachteilen und Einschränkungen verbunden. Auch geriet sie und ihr Mann des öfteren ins Visier anonymer politischer Gegner.
Trotz alle dem, bewahrte sich Elisabeth Zuversicht und Lebensfreude. Die Hoffnung stirbt zuletzt und "hätte, hätte Fahradkette" waren ihre Sprüche- nicht mit Jammern aufhalten, sondern besser machen, das Beste draus machen! das machte sie auch aus ihrer schweren Krankheit. immer wieder stand sie auf, schüttelte den staub ab und ging, wenn auch etwas langsamer weiter ihren Weg. 
Elli lebte seit 2004 in Köln Porz, zog der Liebe wegen nach Porz und heiratete einen Porzer. Sie zog zuvor erfolgreich und mit viel Liebe "und einem ganzen Dorf" unterstützt aber selbstbestimmt, zwei Söhne aus erster Ehe hauptsächlich in Deutz auf.
In Porz nahm sie  Klavierunterricht in Zündorf, nahm an dem Montagschor der Musikschule Porz teil und am Sport in der Mittwochsgruppe des Gesundheitszentrums im Krankenhauses Porz. Sie beteiligte sich sehr aufmerksam an der Diskussion um die Neugestaltung der Innenstadt. Sie liebte es zu Wandern, in Natur und Garten zu sein, die Gesellschaft lieber Freunde und ihrer Familie. Sie nahm immer gerne und sehr wach Anteil an den Menschen in Ihrer Umgebung, auch wenn die Krankheit oft den Rückzug gebot.
Unsere liebe Elisabeth wird am kommenden Dienstag am Ostfriedhof Dellbrück beerdigt. Sie litt unter einer schweren Krankheit und wurde nur 60 Jahre alt, sie feierte noch im Mai mit 70 Gästen ihren 60 zigsten Geburtstag. Elli starb in ihrem Haus in den Armen Ihres Mannes Jochen, im Beisein eines Ihrer Söhne.
Sie hatte ein gutes, aufrechtes und ein bescheidenes, freundliches Leben geführt. Sie war ein richtig besonnener weiser Mensch, laut wurde sie nur bei groben Ungerechtigkeiten und aus Lebensfreude. Sie war ein richtig feiner Mensch im besten Sinne!

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