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August Bebel: Die Frau und der Sozialismus

Dieses Buch war auch Ziel der faschistisch reaktionären Bücherverbrennung der damaligen reaktionären Studenten des Bildungsbürgertums. Das Mahnmal zur Bücherverbrennung ist auf dem Bonner Markt zu finden; In das Pflaster des Bonner Markt sind insgesamt 60 sichtbare Buchrücken, sogenannte „Lesezeichen“, verteilt, die sich an der Rathaustreppe, dem Ort an dem die Bücher am 10. Mai 1933 verbrannt wurden, verdichten. (Bild Wikipedia)
Das Original des Werkes gibt es online: http://www.mlwerke.de/beb/beaa/beaa_000.htm

Diese Schrift Bebels aus dem jahre 1879 gehört zu den erfolgreichsten Titel in der sozialistischen Literatur: Bis 1910 erlebte sie die 50. Auflage, es wurde bis 1913 in 20 Sprachen übersetzt. Er war der einflußreichste und angesehenste Sozialist seiner vorrevolutionären Zeit, als er in Zürich 1913 starb, kondolierten dort über 50.000 Menschen. Das Buch ist nicht nur als Beitrag zur Frauenemenzipation wichtig, sondern vor allem als eine der wenigen Schriften des Sozialismus im 19. Jahrhundert, in der konkret die sozialistischen Vorstellungen von der Zukunftsgesellschaft umrissen werden.

August Bebel gelang es, die sozialistische Partei in Deutschland trotz Verbote und übler Repression ganz nach vorne zu bringen. Der in Köln Deutz geborene "Arbeiterkaiser" war der stärkste Gegenspieler der herrschenden Antidemokraten, von Kaiser, von Bismark und Konsorten.
Die russische Kommunistin Alexandra Kollontai (siehe Veranstaltungshinweis heute) wurde sehr stark von August Bebel beeinflußt unter anderem von seinem Werk "Die Frau und der Sozialismus". Dieses Buch prägte ganze Generationen der Frauenbewegung. Mit dem Niedergang des Neoliberalismus werden die marxistischen Klassiker zu denen auch der erfolgreiche charismatische Sozialist August Bebel gehörte erneut eine reale Bedeutung erhalten. Die SPD ist nicht die sozialistische Partei Bebels und nicht deren alleinig legitimer Abzweig, 1913 nach dem Tod Bebels teilte sich die Partei, wie sie bereits vor seinem Wirken geteilt war.

Bebel gilt als einer der wichtigsten Exponenten der marxistischen Frauenemanzipationstheorie, sein Buch Die Frau und der Sozialismus war für die zeitgenössische Frauenbewegung von großer Bedeutung und wurde europaweit intensiv rezipiert. Belegt ist dies u.a. von Alexandra Kollontai, Bertrand Russells Frau Alys Russel, Ottilie Baader, Marie Juchacz, Agnes Robmann und Betty Farbstein sowie bei Auguste Fickert, die Bebels Überzeugung teilte, Geschlechtergerechtigkeit sei im Kapitalismus nicht zu verwirklichen. Die im radikalen Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung engagierte Pazifistin Lida Gustava Heymann hatte bereits als Achtzehnjährige Die Frau von Bebel erstanden. In ihren im Zürcher Exil aufgeschriebenen Lebenserinnerungen fasst sie zusammen:
„Was deutsche Sozialisten wie Marx, Engels, Bebel, Vollmar u. a. – auch wenn man deren starren Marxismus ablehnt – durch ihre Schriften und ihrer parlamentarischen Tätigkeit zur Befreiung der Frauen beitrugen, wurde von der radikalen Frauenbewegung stets mit Dank anerkannt. Es ist geschichtliche Tatsache und festes Fundament der Frauenbewegung geworden.“
Die Behandlung der Frauenfrage durch Bebel als sog. Nebenwiderspruch (im Gegensatz zum Hauptwiderspruch, nämlich dem Klassenkampf) stieß in Kreisen der Frauenbewegung auch auf Widerspruch. So sah etwa die feministische Schriftstellerin Johanna Elberskirchen die „Herrschaft des Sexus“ als vorrangig an.

Auch eine politisch interessierte und aktive Frau wie Marie Baum, die der Sozialdemokratie nie beitrat, wollte sich in ihrer Berliner Zeit einen Vortrag von August Bebel nicht entgehen lassen: „Als ich, an die Bewegungsfreiheit der Schweiz gewöhnt, einem Vortrag von Bebel im überfüllten Saal von glücklich gesichertem Platz entgegensah, ertönte plötzlich der Ruf des überwachenden Polizeibeamten, daß ‚Frauen und Lehrlinge‘ den Saal zu verlassen hätten – und ich mußte mich fügen!“
Insbesondere die Zeitschrift Die Gleichheit, im Verständnis ihrer langjährigen Redaktionsleiterin Clara Zetkin vor allem ein sozialistisches Organ klassenbewusster Proletarierinnen, räumte Bebels Optik zur Frauenfrage viel Platz ein.
50 Jahre nach Erscheinen des Dauerbrenners und Erfolgstitels "Die Frau und der Sozialismus" sprach die im radikalen Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung verwurzelte Frauenrechtlerin Minna Cauer in der von ihr herausgegebenen Zeitschrift Die Frauenbewegung Bebel ihren Dank aus und hielt fest, dass in diesem Werk alles vorhanden sei, was nötig sei, um die Sache der Frau voranzubringen, nämlich Hoffnung, Zukunftsträume und Ermunterung.

Das Original des Werkes gibt es online:

http://www.mlwerke.de/beb/beaa/beaa_000.htm

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